Was wird über mein Unternehmen im Internet gesagt? In 30 Minuten zum Überblick
Von Henning Hock · zuletzt geprüft am 4. November 2026 · ca. 8 Minuten Lesezeit
Kurz gesagt
Was über Ihr Unternehmen im Internet gesagt wird, finden Sie in etwa 30 Minuten heraus: Suchbegriffe sammeln, gezielt googeln und die eigene Website ausblenden, Bewertungsportale, Foren und Social Media prüfen, alle Funde in einer Tabelle festhalten und einordnen. Weil laufend Neues dazukommt, sollten Sie die Suche danach regelmäßig wiederholen, von Hand oder mit einem Werkzeug.Was Sie für die 30 Minuten brauchen
Einen Browser, eine leere Tabelle und eine ungestörte halbe Stunde. Öffnen Sie für die Suche ein privates Fenster, in dem Sie nicht bei Google angemeldet sind. So sind die Ergebnisse weniger von Ihren eigenen bisherigen Suchen geprägt.
Die Anleitung ist für den ersten Überblick gedacht. Sie wird nicht jede Erwähnung finden, aber die wichtigsten: die, die Interessenten bei einer Suche nach Ihnen auch sehen.
Schritt 1: Suchbegriffe sammeln (5 Minuten)
Schreiben Sie alle Namen auf, unter denen man über Sie sprechen könnte:
- Firmenname mit und ohne Rechtsform
- Schreibweisen: zusammen und getrennt, mit Bindestrich, mit „ae“ statt „ä“, häufige Tippfehler
- Domain, denn manche schreiben einfach „beispiel.de“
- Produkte und Leistungen mit eigenem Namen
- Geschäftsführung und Personen, die öffentlich für das Unternehmen auftreten
Eine ausführlichere Liste mit Beispielen, was Sie aufnehmen und was Sie besser weglassen, finden Sie im Leitfaden Markenmonitoring. Für heute reichen drei bis fünf Begriffe.
Schritt 2: Gezielt googeln (10 Minuten)
Eine einfache Suche nach Ihrem Namen zeigt vor allem Ihre eigene Website und Ihre eigenen Profile. Interessant ist, was andere schreiben. Dafür helfen einige Handgriffe.
Die wichtigsten Suchoperatoren
- Anführungszeichen um den Namen:
"Beispiel GmbH"findet nur genau diese Wortfolge. - Eigene Seiten ausblenden:
"Beispiel GmbH" -site:beispiel.deentfernt Ihre Website aus den Ergebnissen. Hängen Sie bei Bedarf weitere-site:-Angaben für eigene Profile an. - Mit Zusätzen suchen:
"Beispiel GmbH" Erfahrungen,"Beispiel GmbH" Bewertung,"Beispiel GmbH" Probleme. So landen Sie direkt bei Erfahrungsberichten.
Eine Übersicht weiterer Operatoren, etwa um mehrere Schreibweisen auf einmal zu suchen, steht ebenfalls auf der Seite Markenmonitoring.
Zeitraum eingrenzen
Über „Suchfilter“ beziehungsweise „Tools“ unter dem Suchfeld können Sie die Ergebnisse auf einen Zeitraum beschränken, etwa das letzte Jahr oder den letzten Monat. Beim ersten Durchgang lohnt der Blick auf das letzte Jahr. Ältere Treffer sind nicht egal, aber für den aktuellen Eindruck weniger aussagekräftig.
Die anderen Reiter nicht vergessen
Wechseln Sie mit derselben Suchanfrage durch die Reiter über den Ergebnissen:
- News: Presseartikel, auch aus Lokal- und Fachmedien
- Bilder: Fotos Ihrer Produkte oder Räume, die andere veröffentlicht haben, und die Seiten, auf denen sie stehen
- Videos: Testberichte, Erklärvideos, Erwähnungen in Interviews
Gehen Sie bei der normalen Websuche mindestens bis Seite zwei oder drei. Gerade bei kleineren Unternehmen stehen interessante Fremdbeiträge oft nicht ganz oben.
Schritt 3: Bewertungsportale prüfen (5 Minuten)
Bewertungen sind für viele Interessenten die erste Informationsquelle. Prüfen Sie gezielt diese Kategorien:
- Google-Unternehmensprofil: Suchen Sie Ihren Namen in Google Maps und lesen Sie die neuesten Bewertungen. Prüfen Sie dabei auch Öffnungszeiten, Adresse und Telefonnummer.
- Arbeitgeberbewertungen: Portale, auf denen aktuelle und ehemalige Mitarbeitende oder Bewerber ihre Erfahrungen schildern. Diese Bewertungen lesen auch Kunden und Geschäftspartner.
- Branchenportale: In vielen Branchen gibt es eigene Bewertungs- oder Vergleichsseiten, etwa für Handwerk, Software, Gastronomie, Gesundheit oder Hotellerie.
- Shopping- und Händlerbewertungen, wenn Sie online verkaufen.
Welche Portale in Ihrer Branche zählen, sehen Sie oft schon an den Google-Ergebnissen aus Schritt 2 mit dem Zusatz „Bewertung“.
Schritt 4: Foren und Reddit durchsuchen (5 Minuten)
In Foren schreiben Menschen ausführlicher als in Bewertungen, und sie fragen nach Empfehlungen. Das lohnt einen eigenen Blick.
- Reddit: Suchen Sie bei Google nach
"Beispiel GmbH" site:reddit.com. Die Google-Suche findet dort oft mehr als die Suchfunktion von Reddit selbst. - Fachforen: Kombinieren Sie Ihren Namen mit
Forumoder suchen Sie mitsite:gezielt in den großen Foren Ihrer Branche. - Frage-Antwort-Seiten: Auch hier hilft die Kombination aus Namen und
site:.
Achten Sie nicht nur auf Beiträge über Sie, sondern auch auf Fragen, in denen jemand nach einem Anbieter wie Ihnen sucht und Sie nicht genannt werden. Das ist zwar keine Erwähnung, aber eine Information über Ihre Sichtbarkeit.
Schritt 5: Social Media prüfen (5 Minuten)
Nutzen Sie die Suchfunktion der Plattformen, auf denen Ihre Kunden unterwegs sind, etwa LinkedIn, Instagram, Facebook, TikTok, X oder YouTube. Suchen Sie nach Ihrem Namen und, wo es üblich ist, nach einem Hashtag mit Ihrem Namen.
Rechnen Sie damit, dass Sie dabei nur einen Teil sehen. Private Profile, geschlossene Gruppen und Messenger sind von außen nicht einsehbar, und manche Plattformen zeigen ohne Anmeldung nur wenig. Das gilt für jede Suche, auch für jedes Werkzeug. Ergänzend können Sie bei Google "Beispiel GmbH" site:linkedin.com und Ähnliches ausprobieren, um öffentlich auffindbare Beiträge zu finden.
Schritt 6: Ergebnisse festhalten
Tragen Sie jeden relevanten Fund in eine Tabelle ein, während Sie suchen, nicht erst am Ende. Eine einfache Vorlage:
| Datum und Quelle | Worum geht es? | Stimmung und Reichweite | Handlungsbedarf |
|---|---|---|---|
| 12.10., Fachforum (Link) | Frage nach Erfahrungen mit Lieferzeit | kritisch, klein | antworten |
| 03.09., Lokalzeitung (Link) | Bericht über Firmenjubiläum | positiv, mittel | Link auf Website anfragen |
| 20.08., Google-Bewertung | Lob für Beratung | positiv, klein | kurz bedanken |
Den Link zur Fundstelle sollten Sie immer mit festhalten, damit Sie später schnell wieder hinfinden. Beim nächsten Durchgang ergänzen Sie nur noch Neues.
Schritt 7: Einordnen
Nicht jede Erwähnung braucht eine Reaktion. Gehen Sie Ihre Tabelle mit drei Fragen durch.
Wie ist der Ton?
Ordnen Sie jeden Fund als positiv, neutral oder kritisch ein. Neutral sind etwa Einträge in Verzeichnissen oder sachliche Erwähnungen in einer Liste. Kritisch heißt nicht automatisch unberechtigt, sondern zunächst nur: Hier äußert sich jemand unzufrieden.
Wie viele Menschen erreicht es?
Ein Artikel in einem viel gelesenen Fachmedium hat ein anderes Gewicht als ein Beitrag in einem kleinen Forum. Eine grobe Einteilung in groß, mittel und klein reicht. Beachten Sie aber: Wenn es insgesamt wenig über Sie zu lesen gibt, kann auch ein kleiner Beitrag bei einer Suche nach Ihrem Namen weit oben stehen.
Gibt es Handlungsbedarf?
Markieren Sie, was eine Reaktion braucht. Faustregel: kritisch und gut sichtbar zuerst, dann offene Fragen, dann alles andere.
Ein hypothetisches Beispiel: Angenommen, ein Malerbetrieb findet bei seiner Recherche drei Dinge. Erstens eine kritische Google-Bewertung über Farbreste im Treppenhaus, die beim Suchen nach dem Firmennamen direkt im Unternehmensprofil erscheint. Zweitens einen Eintrag in einem Branchenverzeichnis mit einer alten Telefonnummer. Drittens eine Erwähnung in einem Bericht der Lokalzeitung über ein Sanierungsprojekt. Die Bewertung ist gut sichtbar und braucht eine Antwort. Der Verzeichniseintrag ist neutral, sollte aber korrigiert werden, weil sonst Anfragen ins Leere laufen. Der Zeitungsbericht ist positiv, hier lohnt eine Anfrage, ob die Redaktion auf die Website verlinkt.
Stimmt, was über Sie steht?
Achten Sie beim Einordnen auch auf sachliche Fehler: veraltete Adressen, falsche Öffnungszeiten, eingestellte Produkte oder eine falsche Branchenzuordnung. Solche Angaben sind selten böswillig, führen aber zu verlorenen Anfragen. Die meisten Verzeichnisse und Portale bieten an, einen Eintrag zu übernehmen oder eine Korrektur zu melden.
Was Sie mit den Funden tun können
Für die meisten Funde gibt es vier mögliche Reaktionen:
- Antworten: bei berechtigter Kritik, Missverständnissen oder offenen Fragen. Sachlich, kurz und ohne persönliche Daten.
- Bedanken: unter positiven Bewertungen. Kein Muss, wirkt aber aufmerksam.
- Link anfragen: wenn ein Artikel oder eine Liste Sie erwähnt, aber nicht auf Ihre Website verlinkt. Eine freundliche E-Mail an die Redaktion genügt oft.
- Ignorieren: bei Provokationen, alten erledigten Beiträgen oder reinen Nennungen ohne Bezug zu Ihrer Leistung.
Wie Sie mit Kritik im Detail umgehen, wann eine Antwort schadet und was bei rechtlich heiklen Fällen gilt, beschreibt unser Leitfaden Online-Reputation überwachen.
Warum ein Durchgang nicht reicht
Ihre Tabelle ist eine Momentaufnahme. Morgen kann eine neue Bewertung erscheinen, nächste Woche ein Forenbeitrag. Und gerade Kritik lässt sich am besten auffangen, solange sie frisch ist: Eine Bewertung, auf die Sie am nächsten Tag antworten, wirkt anders als eine, die monatelang ohne Antwort steht.
Was im Netz über Sie steht, prägt zudem zunehmend die Antworten von KI-Assistenten wie ChatGPT oder Perplexity, wenn jemand dort nach einem Anbieter fragt. Wie Sie prüfen, ob und wie Sie dort genannt werden, erklärt unser Ratgeber Wird meine Marke in ChatGPT genannt?.
Regelmäßig dranbleiben: Kalender oder Werkzeug
Sie haben zwei Möglichkeiten, die Suche zur Gewohnheit zu machen.
Mit Kalender und Tabelle
Legen Sie sich einen festen Termin in den Kalender, zum Beispiel jeden Montag 15 Minuten. Verwenden Sie dieselben Suchbegriffe, grenzen Sie den Zeitraum auf die letzte Woche ein und ergänzen Sie Ihre Tabelle. Zusätzlich können Sie kostenlose Google Alerts für Ihre wichtigsten Suchbegriffe einrichten. Was Alerts leisten und wo sie Lücken haben, steht auf der Seite Google-Alerts-Alternative.
Diese Variante kostet nichts außer Zeit. Ihr Schwachpunkt ist die Disziplin: Im Tagesgeschäft fällt der Termin schnell aus, und Namensvettern sortieren Sie jedes Mal von Hand aus.
Mit einem Werkzeug
Ein Monitoring-Werkzeug übernimmt die wiederkehrende Suche. Netzlauscher zum Beispiel sucht einmal täglich in der Websuche, in einer internationalen Nachrichtendatenbank und auf Hacker News nach Ihrer Marke, Ihren Schreibweisen sowie Produkt- und Personennamen. Beim Start reicht die Suche bis zu zwölf Monate zurück, sodass Sie auch ältere Erwähnungen gesammelt vor sich haben.
Jede Fundstelle wird abgerufen und von einer KI geprüft: Meint sie wirklich Ihr Unternehmen? Namensvettern und Ihre eigenen Seiten fallen heraus. Die übrigen Erwähnungen bekommen genau die Einordnung aus Schritt 7: Kategorie, Stimmung, grobe Reichweite und eine Zusammenfassung in einem Satz. Wenn es Neues gibt, kommt morgens eine E-Mail.
Was Netzlauscher nicht übernimmt: das Antworten. Jede Erwähnung ist mit der Originalquelle verlinkt, reagieren müssen Sie dort selbst. Netzlauscher sucht außerdem täglich, nicht in Echtzeit, und findet nicht jede Erwähnung. Private Profile und geschlossene Gruppen bleiben auch für ein Werkzeug unsichtbar.
Alle Details stehen unter Funktionen. Netzlauscher kostet 99 € im Monat inklusive Umsatzsteuer, ist monatlich kündbar und richtet sich an Unternehmen, mehr dazu unter Preise.
Häufige Fragen
Warum sehen Kolleginnen andere Google-Ergebnisse als ich?
Google passt Ergebnisse unter anderem an Standort, Sprache und frühere Suchen an. Wer oft die eigene Website besucht, bekommt sie womöglich weiter oben angezeigt. Für einen neutraleren Blick suchen Sie in einem privaten Browserfenster ohne Anmeldung.
Darf ich Kundenbewertungen auf meiner Website zitieren?
Das hängt von den Nutzungsbedingungen des jeweiligen Portals und vom Einzelfall ab, etwa ob die Person namentlich genannt wird. Häufig bieten Portale eigene Einbindungen oder Siegel an, die dafür vorgesehen sind. Im Zweifel fragen Sie die Kundin oder den Kunden direkt, ob Sie das Zitat verwenden dürfen.
Was mache ich mit einem Treffer über ein gleichnamiges Unternehmen?
Notieren Sie ihn einmal und schließen Sie ihn bei künftigen Suchen aus, etwa mit einem Minuszeichen vor einem Begriff, der nur beim Namensvetter vorkommt. Wenn Verwechslungen bei Kunden häufig vorkommen, lohnt ein klarer Hinweis auf Ihrer Website, zum Beispiel mit Ort und Branche im Seitentitel.
Sollte ich auch nach ehemaligen Mitarbeitenden oder Gesellschaftern suchen?
In der Regel nicht. Konzentrieren Sie sich auf Personen, die heute öffentlich für das Unternehmen stehen, also Geschäftsführung und bekannte Ansprechpersonen. Gezielte Recherchen über Privatpersonen sind datenschutzrechtlich heikel und für die Frage nach dem Ruf Ihres Unternehmens selten nötig.
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